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Akupunktur

nach Traditioneller Chinesischer Medizin


Eine Akupunktursitzung dauert ca. 60 Minuten, manchmal auch länger, bei Kindern max. 30 Minuten. Der Patient sitzt oder liegt ruhig und entspannt. Es werden sterile Einmal-Nadeln aus Stahl verwendet, die besonders dünn und fein sind. Abhängig von der vorherigen, ausführlichen Diagnose können pro Sitzung bis zu 12 Nadeln, in Sonderfällen auch mehr, verwendet werden. Die Anzahl der Behandlungen richtet sich ebenfalls nach der Diagnose, i. d. R. reichen 10-15 Sitzungen.

Anwendungsbeispiele (alphabetisch) und Nebenwirkungen

Im Jahre 2003 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Liste mit möglichen Indikationen:

Atemwegserkrankungen:

Asthma bronchiale
Bronchitis
Hyperreagibles Bronchialsystem (überreaktives Bronchialsystem)
Pseudokrupp (Atemwegsentzündung bei Kindern)
Erkrankungen der Haut:
Neurodermitis
Urtikaria (Nesselsucht)
Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems:
Arthralgien (Gelenkschmerz)
Arthritis (entzündliche Gelenkerkrankung)
Arthrosen (degenerative Gelenkerkrankung)
BWS-Syndrom (Schmerzen in der Brustwirbelsäule)
Epikondylopathien (Tennis- oder Golferellenbogen)
Gonarthrose (Kniegelenks-Arthrose)
Gonalgie (Kniegelenksschmerzen)
HWS-Syndrom (Schmerzen in der Halswirbelsäule)
Ischialgie (Ischiasschmerzen)
Karpaltunnelsyndrom (Handwurzelschmerz durch Nervenkompression)
Koxarthrose, Koxalgie (Arthrose bzw. Schmerzen im Hüftgelenk)
Lumbago („Hexenschuss“)
LWS-Syndrom (Schmerzen in der Lendenwirbelsäule)
Myofasziale Schmerzsyndrome (Muskelbinden- und Sehnenschmerz)
Periarthritis humeroscapularis (Gewebenetzündung)
Pseudoradikulärsyndrome / Radikulärsyndrome (Nervenwurzelschmerzen)
Schulter-Arm-Syndrom
Tendinopathien (Erkrankungen der Sehnen, z. B. Tennis-Ellenbogen, Achillessehnenentzündung)
Tortikollis („Schiefhals“)
Gastrointestinale Erkrankungen:
Cholezystitis (Entzündung der Gallenblase)
Colon irritabile (Reizdarm)
Colitis ulcerosa (Darmentzündung)
Gastroenteritis (infektiöse Magen-Darm-Entzündung)
Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
Hepatitis (Leberentzündung)
Hyperemesis (übermäßiges Erbrechen)
Magen-Darm-Störungen, funktionell (Magen-Darmbeschwerden ohne organische Ursache)Morbus Crohn (Darmentzündung)
Singultus (Schluckauf)
Obstipation (Verstopfung)
Ösophagitis (Entzündung der Speiseröhre)
Ulcus duodeni (Zwölffingerdarm-Geschwür)
Ulcus ventriculi (Magengeschwür)
Gynäkologische Krankheitsbilder:
Dysmenorrhoe (starke Schmerzen vor und während der Menstruation)
Fertilitätsstörungen (Fruchtbarkeitsstörungen)
Frigidität (Störungen sexuellen Empfindens)
Geburtsvorbereitung, Geburtseinleitung, Geburtserleichterung
Klimakterische Beschwerden (Wechseljahrsbeschwerden)
Laktationsstörungen (Störungen des Milchflusses bei Stillenden)
Mastopathie (Veränderungen des Brustgewebes)
Prämenstruelles Syndrom (Beschwerden vor der Menstruation)
Herz-Kreislauf-Erkrankungen:
Angina pectoris (Brustenge bei koronarer Herzerkrankung, s. u.)
Durchblutungsstörungen
Funktionelle Herzerkrankungen (Herzbeschwerden ohne organische Ursache)
Herzrhythmusstörungen
Hypertonie (Bluthochdruck)
Hypotonie (niedriger Blutdruck)
Koronare Herzerkrankungen (Erkrankungen durch Einengung oder Verschluss der Herzkranzgefäße, z. B. Herzinfarkt)
Neurologische Erkrankungen:
Fazialisparese (Lähmung des Fazialis-Gesichtsnervs)
Gesichtsschmerz, atypisch
Interkostalneuralgie (Nervenschmerzen im Zwischenrippenbereich).
Lähmungen
Migräne
Parästhesien (Missempfindungen)
Phantomschmerz
Polyneuropathie (Nervenentzündung)
Spannungskopfschmerz
Trigeminusneuralgie (Entzündung des Trigeminus-Gesichtsnervs)
Vegetative Dysfunktion (Fehlsteuerung des unbewussten Nervensystems)
Zosterneuralgie (Nervenentzündung durch Herpes Zoster)
Psychiatrische und psychosomatische Störungen und Suchterkrankungen:
Adipositas („Fettsucht“)
Bulimie (Ess-Brech-Sucht)
Depressive Verstimmungen, Depression
Entgiftungsbehandlung und Therapiebegleitung bei Suchterkrankungen
Erschöpfungszustände
Psychovegetatives Syndrom (Beschwerden durch seelisch-nervliche Fehlsteuerung, „schwaches Nervenkostüm“)
Schlafstörungen
Unruhezustände
Urologische Erkrankungen:
Cystitis (Blasenentzündung)
Enuresis nocturna (Bettnässen)
Harninkontinenz (unwillkürlicher Harnabgang)
Impotenz
Prostatitis (Entzündung der Vorsteherdrüse)
Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung)
Reizblase
Urogenitalbeschwerden ohne organische Ursache (funktionell)

Nebenwirkungen

Die Akupunktur ist nicht als alleinige Therapie bei schweren, ernsthaften Erkrankungen geeignet. Dennoch kann die Akupunktur häufig auch in diesen Fällen begleitend in Absprache mit dem behandelnden Heilpraktiker oder Arzt eingesetzt werden.

Im Allgemeinen treten bei sachgemäßer Anwendung kaum Nebenwirkungen auf. Bei der Verwendung von Einwegnadeln kann eine Ansteckung mit Infektionskrankheiten so gut wie ausgeschlossen werden.

Menschen mit sehr niedrigem Blutdruck oder Neigung zu Kollaps sollten sicherheitshalber während der Akupunkturbehandlung – wie häufig ohnehin üblich - liegen und danach eine Weile ruhen. Der Einstich selbst kann u. U. schmerzhaft sein, minimal bluten und sich an der Einstichstelle evtl. ein Hämatom (Bluterguss) bilden.